Meisterlich: Die Fußballerinnen der DJK/SSG Darmstadt sicherten sich Platz eins in der Gruppenliga. Zum erfolgreichen Team gehören (hinten von links) Trainer Tomislav Mrsic, Clara Hütig, Camilla Rinker, Vanessa Mrsic, Jovana Gavrilovic, Fiona Neidhart, Theresia Hellerbrand, Lara Eckwert, (vorne von links) Co-Trainer Uli Hildenbrandt, Melani Mrsic, Magdalena Landzettel, Michelle Wessely, Amelie Dietle, Charlotte Möllers, Chantal von der Heyden und Shawna Weber. ( Foto: Peter Henrich)

DARMSTADT – Wie die Zeiten sich geändert haben. Noch vor Jahren spielten die Männer der DJK/SSG Darmstadt in der Fußball-Verbandsliga, waren hinter dem SV 98 zweite Kraft in der Stadt. Nun hat der Verein vom Müllersteich ein anderes Aushängeschild: seine Fußballerinnen, die eifrig an ihrer Erfolgsgeschichte schreiben und über die Stadtgrenzen hinaus längst die Nummer eins sind.

Das erste Frauen-Team ist jüngst in jene Verbandsliga aufgestiegen. Nach einer souveränen Saison, ohne Niederlage, mit zwei Remis und vor allem zehn Siegen stand die Meisterschaft in der Gruppenliga – übrigens, die DJK-Männer sind gerade in die B-Liga abgestiegen. Lediglich fünf Gegentreffer haben die Darmstädterinnen in der vergangenen Spielzeit kassiert.

„Wir haben viel Wert auf das Abwehrverhalten gelegt“, sagt Tomislav Mrsic. Und der muss es wissen, ist er doch Trainer des Teams und zugleich Abteilungsleiter bei den DJK-Frauen. „Wir sind komplett besetzt“, ergänzt der Coach. Einzelne Spielerinnen wolle er daher nicht herausheben. „Alle haben ihre Stärken“, meint er nur.

Dennoch kam der Aufstieg ein bisschen überraschend, wie er erklärt. „Wenn vor der Saison einer gesagt hätte, wir steigen auf, hätten wir das sofort unterschrieben.“ Es kam letztlich so. Weil die DJK/SSG mit ihren Leistungen das beste Zeichen gab.

Ohnehin kann der 57-Jährige auf eine erfolgreiche Entwicklung seiner Abteilung blicken. Es gibt ein zweites Frauen-Team („Bei uns spielen 40 junge Frauen“), auch alle Jugend-Klassen sind besetzt. Die B-Juniorinnen aus der Hessenliga etwa nahmen in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teil – wenn auch erfolglos. Es wäre, so Mrsic, wohl auch ein bisschen zu viel des Guten gewesen, hätte auch das geklappt. Aber auch so läuft es bei der DJK/SSG, die im Frauen-Fußball Verhältnisse geschaffen hat und über Möglichkeiten verfügt, von denen andere Vereine in der Region aktuell nur träumen können.

„Wir haben keine Nachwuchssorgen“, sagt der Abteilungsleiter. Es gebe ständig Anfragen. Etwa von Studentinnen, die in Darmstadt ihre Ausbildung beginnen und eine gute Fußball-Adresse suchen. Eine solche ist die DJK/SSG. Auch, weil sie eine gute Basis geschaffen hat. So spielen die B-Juniorinnen zum Beispiel auf dem Großfeld, was den Übergang zu den Frauen einfacher macht. Darüber hinaus legen Mrsic und seine Mitstreiter großen Wert auf eine gute taktische Ausbildung der DJK-Fußballerinnen.

„Wir fördern das Spielverständnis von klein auf, versuchen, Automatismen zu schaffen. Das macht uns aus – und wir sind da auch schon weit“, sagt der 57-Jährige, der nun selbst nachbessern muss. Als Coach eines Verbandsliga-Teams braucht es einen Trainerschein, den er gerade absolviert. „Die Entwicklung geht eben immer weiter, auch bei mir“, ergänzt er und lacht. Mit Blick auf die kommende Herausforderung in der Verbandsliga ist der Coach zuversichtlich. „Wir werden sicherlich ein schlagkräftiges Team haben und die Liga halten.“

Selbst war Mrsic für Croatia Griesheim am Ball. Damals, zu aktiven Zeiten, nahm er auch seine Töchter mit, die so selbst beim Fußball landeten und wiederum ihren Vater zum Frauen-Fußball brachten. „Da habe ich viel Anschauungsunterricht nehmen können und viel gelernt“, sagt Mrsic. Klar, dass seine Töchter am Müllersteich spielen – auch wenn die jüngere der beiden ein Angebot von Eintracht Frankfurt gehabt hätte. Sie entschied sich für Darmstadt. Da weiß sie eben, was sie hat. „Wir fühlen uns auch sehr wohl“, sagt Tomislav Mrsic. Verständlich. Schließlich schreiben die DJK-Fußballerinnen ja an ihrer Erfolgsgeschichte. Das nächste Kapitel wartet jedenfalls schon.

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